Računovodstvo, IT rešitve in davčno svetovanje

Unija Smart Accounting d.o.o.
Tržaška cesta 515
1351 Brezovica pri Ljubljani
+386 1 360 20 00
+386 3 060 30 01

Kapucinski trg 11

4220 Škofja Loka

+386 4 506 04 00

Sončni Log 7

1370 Logatec

+386 1 360 20 47

Ljubljanska cesta 28

8000 Novo mesto

+386 1 360 20 26

Petrovče 256

3301 Petrovče

+386 3 424 43 11

Titova cesta 2a

2000 Maribor

+386 2 205 88 37

Rožna ulica 4

5280 Idrija

+386 5 777 55 00

Pristaniška ulica 8

6000 Koper

+386 5 777 40 10

+386 1 360 20 00

fb fb fb fb
4. novembra, 2016

Neuerungen für Jahresabschluss 31.12.2016 Teil 3: Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder

Im § 211 Abs. 1 des Unternehmensgesetzbuches (UGB) in der Fassung des Rechnungslegungsänderungsgesetzes 2014, welches erstmals für den Jahresabschluss 2016 wirksam ist, ist die Notwendigkeit eines versicherungsmathematischen Gutachtens vorgesehen.
Die Bestimmung lautet (§ 211 Abs. 1 UGB 3. Satz): “Rückstellungen für Abfertigungsverpflichtungen, Pensionen, Jubiläumsgeldzusagen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen sind mit dem sich nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ergebenden Betrag anzusetzen.”

Gemäß der kürzlich veröffentlichten Information des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der KWT (Kammer der Wirtschaftstreuhänder) ist die Berechnung für die Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen wie bisher aufgrund der finanzmathematischen Methode grundsätzlich möglich. Sollte daher kein versicherungsmathematisches Gutachten erstellt werden, ist auch die Rückstellungsberechnung nach der finanzmathematischen Methode mit einem saldierten Abzinsungssatz von 1 bis 2 % p. a. möglich. In diesem Zinssatz ist pauschal eine Gehaltssteigerung von 1 bis 2 % berücksichtigt.

Dazu der Wortlaut des Informationsschreibens:

“Das AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee) hat im Juni 2016 eine Änderung der Stellungnahme 27 Personalrückstellungen (UGB) beschlossen. Dabei erfolgte auch eine Anpassung der Bestimmungen über die Voraussetzungen für eine vereinfachte Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder. Bereits vor dieser Änderung bestand eine Diskussion darüber, unter welchen Voraussetzungen eine vereinfachte finanzmathematische Berechnung dieser Rückstellungen zulässig und wann eine versicherungsmathematische Kontrollrechnung erforderlich ist. Die überarbeiteten Bestimmungen sind zwar etwas deutlicher gefasst, lassen aber weiterhin einen Interpretationsspielraum zu. Mit dieser Information wollen wir die Auffassung des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision zur Interpretation dieser Bestimmungen darlegen.
Die neuen Bestimmungen in Rz (66) der AFRAC-Stellungnahme lauten (sinngemäß in Rz (83) für Jubiläumsgelder):
„Eine vereinfachte Bewertung der Abfertigungsrückstellungen ist dann zulässig, wenn diese Vereinfachung zu einer verlässlichen Annäherung an die Bewertung gemäß Rz (50) bis (64) führt.“
Die Erläuterungen zu Rz (66) führen dazu näher aus:

„In der Praxis kann die Ermittlung der Abfertigungsrückstellungen und der Rückstellungen für Jubiläumsgelder vereinfachend durch eine finanzmathematische Berechnung – wie z. B. in den Erläuterungen zur Rz (38) dargestellt – erfolgen, wenn diese Vereinfachung zu einer verlässlichen Annäherung an jenen Wert führt, der sich aus einer versicherungsmathematischen Berechnung ergeben würde. Dies ist für die Bewertung dieser Rückstellungen i.d.R. anzunehmen, weil die Auswirkung biometrischer Faktoren im Gegensatz zur Auswirkung bei der Bewertung von Pensionsverpflichtungen gering ist.
Je nach Bedeutung dieser Rückstellungen für den jeweiligen Abschluss als Ganzes und der möglichen Abweichung des Ergebnisses aus dem angewendeten Näherungsverfahren im Vergleich zu einer versicherungsmathematischen Berechnung kann es erforderlich sein, in regelmäßigen Abständen eine Kontrollrechnung durchzuführen.
Keine ausreichend verlässlichen Ergebnisse liefert die im Steuerrecht verwendete Bewertung durch Anwendung eines festgelegten Prozentsatzes auf die fiktiven Ansprüche zum Abschlussstichtag. Diese Vereinfachungsmethode ist daher im unternehmensrechtlichen Abschluss nicht anwendbar.“

Der Fachsenat interpretiert diese Bestimmung als eine widerlegbare Vermutung dafür, dass die finanzmathematische Berechnung im Regelfall eine verlässliche Annäherung bei den Abfertigungsrückstellungen und den Rückstellungen für Jubiläumsgelder liefert und daher im Regelfall eine versicherungsmathematische Kontrollrechnung nicht erforderlich ist. Dies lässt sich durch folgende Argumente begründen:

 

  • Wie in den oben zitierten Erläuterungen erwähnt, ist die Auswirkung biometrischer und anderer Faktoren bei diesen Rückstellungen wesentlich geringer als bei den Rückstellungen für Pensionen. Dies gilt besonders für die Rückstellungen für Abfertigungen, weil die Ansprüche aus der „Abfertigung alt“ zunehmend ältere Dienstnehmer betreffen, die durchschnittliche Restlaufzeit bis zur Auszahlung des Anspruchs damit kürzer ist. Ebenso kann davon ausgegangen werden, dass die Fluktuation meist geringer ist.
  • Sowohl die finanz- als auch die versicherungsmathematische Berechnung der Rückstellungen erfordern Wahrscheinlichkeitsannahmen, die dazu führen, dass der konkrete ermittelte Wert innerhalb einer vertretbaren Bandbreite möglicher verlässlicher Werte liegt. Die aus der Nichtanwendung versicherungsmathematischer Verfahren resultierende Abweichung führt bei den Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgeldern u. a. aus den oben genannten Gründen meist zu keinem höheren Unterschied innerhalb dieser Bandbreite als mögliche alternative Einschätzungen der Wahrscheinlichkeitsannahmen.

Anhaltspunkte dafür, dass die finanzmathematische Berechnung keine verlässliche Annäherung an die versicherungsmathematische Berechnung ergeben könnte, liegen insbesondere dann vor, wenn im konkreten Anwendungsfall von einer höheren Bedeutung biometrischer Faktoren auszugehen ist. Dies ist z. B. bei einer stark auf einzelne Jahrgänge konzentrierten Zusammensetzung der Gruppe der Anspruchsberechtigten oder einer ungewöhnlich hohen Invalidisierungswahrscheinlichkeit der Fall. Bei Bestehen solcher Sachverhalte und gleichzeitig wesentlicher Bedeutung der Rückstellungen für Abfertigungen und/oder Jubiläumsgelder für den jeweiligen Abschluss kann es im Einzelfall erforderlich sein, eine versicherungsmathematische Kontrollrechnung durchzuführen.”